Skip to content

Paul Strand zur Straight Photography

by on 20.01.2007

Die in unserer Veranstaltung zur Theorie der Fotografie “Vom Piktorialismus zur Neuen Sachlichkeit” zitierten Textpassagen von Paul Strand lauten:

„Die Fotografie, der einzige bedeutende Beitrag der Wissenschaft zu den Künsten, findet ihre Legitimation, wie alle Medien, in der vollkommenen Einzigartigkeit ihrer Mittel. In diesem Fall heißt das: absolute und unbestimmte Objektivität. Während die anderen Künste in dieser Beziehung wirklich antifotografisch sind, macht diese Objektivität den wahren Wesensgrund der Fotografie aus, ihre spezifische Leistung und gleichzeitig ihre Beschränkung. Und genauso wie die Mehrheit der Künstler, die sich anderer Mittel bedienen, die inneren Qualitäten ihrer Mittel verkannt haben, so haben die Fotografen, zwei, drei vielleicht ausgenommen, keine Konzeption der fotografischen Mittel gehabt. Die volle Wirkungsweise jedes Mediums hängt davon ab, wie rein es angewandt wird, und alle Versuche, zu mischen, enden in so toten Dingen wie Farbdruck, Foto-Malerei, Gummidruck, Öldruck etc., wo die Einführung von Handarbeit und Manipulation nur das hilflose Verlangen ausdrückt, zu malen.“ [Paul Strand, „Fotografie“ (1917); in: Wolfgang Kemp (ed.), Theorie der Fotografie II, p.59]

„Aufgabe des Fotografen ist es also, die Grenzen und Möglichkeiten seines Mediums zu sehen, denn Ehrlichkeit ist nicht weniger als Intensität der Wahrnehmung eine zwingende Voraussetzung, um einen lebendigen Ausdruck zu erzielen. Das verlangt eine wirkliche Ehrfurcht vor dem Objekt, das vor einem steht und das sich in Hell-Dunkel-Kontrasten ausdrückt – Farbe und Fotografie haben nichts miteinander gemein –, mittels einer unendlich feinen Skala von Tonstufen, die über das Nachahmungsvermögen der menschlichen Hand hinausgeht. Die bestmögliche Realisation dieser Vorgabe erreicht man ohne Tricks und Manipulation, durch Anwendung direkter fotografischer Methoden.“ [Paul Strand, „Fotografie“ (1917); in: Wolfgang Kemp (ed.), Theorie der Fotografie II, p.59]

„Daß ein Medium existiert, rechtfertigt es vollkommen, wenn es überhaupt eine Rechtfertigung braucht, wie so viele glauben. Jeder Vergleich der Möglichkeiten verschiedener Medien ist nutzlos und irrelevant.“ [Paul Strand, „Fotografie“ (1917); in: Wolfgang Kemp (ed.), Theorie der Fotografie II, p.59f]

„The existence of a medium, after all, is its absolute justification, if as so many seem to think, it needs one at all, comparison of potentialities is useless and irrelevant. Whether a watercolor is inferior to an oil, or whether a drawing, an etching, or a photograph is not as important as either, is inconsequent. To have to despise something in order to respect something else is a sign of impotence. Let us rather accept joyously and with gratitude everything through which the spirit of man seeks to an ever fuller and more intense self-realization.” [Paul Strand, “Photography”, in: Camera Work, June 1917, 49/50:3; zit. nach: Stieglitz, Camera Work. A Pictorial Guide, p.xi]

„Ohne die geringste Ahnung, daß mit dieser Maschine, der Kamera, ihnen ein neues und einzigartiges Instrument in die Hand gelegt wurde, haben die Fotografen fast ohne Ausnahme versucht, es als Abkürzung zu einem eingeführten Medium, nämlich zur Malerei zu benutzen. Dieses Mißverständnis dauert noch heute in ganz Europa an und sogar in einem beträchtlichen Maße hier in Amerika. […] Überall wird der Versuch gemacht, die Kamera in einen Pinsel zu verwandeln, eine Fotografie wie ein Gemälde, eine Radierung, eine Kohlezeichnung oder was immer erscheinen zu lassen, wie alles Mögliche, nur nicht wie eine Fotografie. […] Obendrein war die Produktion dieser riesigen Menge von Pseudo-Fotografien von der ebenso umfangreichen und törichten Diskussion begleitet, ob die Fotografie eine Kunst sei oder nicht. Unnötig zu sagen: diese Diskussion war gewöhnlich so gedankenarm und unkritisch in ihrer Terminologie und in ihren Maßstäben wie die Fotografie in ihrer Praxis. Doch diese Entwicklung hat dazu beigetragen, daß nun glücklicherweise niemand genau weiß, was Kunst ist. Das Wort geht nicht mehr so glatt über die Zunge der Bedächtigen. Und glücklicherweise zeigen einige Fotografen durch ihre Arbeit, daß die Kamera eine Maschine ist und zwar eine ganz wunderbare.“ [Paul Strand, „Fotografie und der neue Gott“ (1922); in: Wolfgang Kemp (ed.), Theorie der Fotografie II, p.61]

“Objectivity is of the very essence of photography, its contribution and at the same time its limitation […]. Honesty no less than intensity of vision is the prerequisite of a living expression. The fullest realization of this is accomplished without tricks of processes or manipulation, through the use of straight photographic methods.” [Paul Strand, zit. nach: Helmut Gernsheim, A Concise History of Photography, Third Revised Edition, Mineola 1986, p.86]

Peter Gold

Advertisements
Leave a Comment

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s